Leitgedanke

„Dies nun ist die Edle Wahrheit vom Leiden:

Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden,

Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung sind Leiden;

vereint sein mit Unlieben ist Leiden, getrennt sein von Lieben ist Leiden;

 was man verlangt, nicht erlangen, ist Leiden.“

(Buddha Gautama)

 

Psychotherapie und Coaching haben das Ziel, Disharmonien – also die Diskrepanz zwischen einem Ist-Zustand und einem Soll-Zustand – aufzulösen und die Harmonie wieder herzustellen. Um zu verstehen, wie uns das gelingen kann, nehmen wir einmal ein Bild zu Hilfe:

Angenommen, jemand wollte einen Holzwürfel in eine Eisenröhre schieben, dann gelingt ihm das nur, wenn – mathematisch gesprochen – die Diagonale der jeweiligen Würfelseite kürzer ist als der Durchmesser der Röhre.

Nun sei die Eisenröhre ein Ereignis, ein Lebenssachverhalt oder ein beliebiger Umstand (Ist-Zustand):

  • jemand verliert seinen Job;
  • eine geliebte Person verstirbt;
  • jemand wird vom Partner verlassen;
  • oder ganz profan
  • man verliert sein Portemonnaie oder
  • das Auto ist kaputt

Der Holzwürfel stellt unsere starren Ansichten, Vorstellungen, Konzepte und Einstellungen dar, wie die Umstände sein sollen (Soll-Zustand):

  • „Das geht nicht an! Das kann nicht sein! Ich will das nicht!
  • Ich will, dass die Dinge sind, wie ich sie haben will!“

Die Eisenröhre kann aber auch für das Bild stehen, dass wir von uns selber haben, wie wir uns also selbst sehen:

  • „Ich bin zu dick“,
  • „Ich bin zu dünn“,
  • „Ich bin zu groß“,
  • „Ich bin zu klein“,
  • „Ich bin dumm, nicht hübsch, nicht liebenswert“,
  • „Ich muss dieses Ziel erreichen, um wertvoll zu sein“
  • „ …“

Der Würfel steht dann für die Vorstellung, wie wir sein wollen oder auch, wie wir glauben, sein zu müssen, weil die Gesellschaft es von uns so erwartet.

 

Traurig grüßt der, der ich bin,

den, der ich sein will.

(Karl Rahner)

 

Um Harmonie herzustellen, muss sich nun aber das eine in das andere fügen. Aber wie?

Vermeintlicher Lösungsweg 1:

Die meisten Menschen versuchen nun, die Röhre mit Gewalt auseinander zu biegen oder aufzusägen, bis der Würfel passt (die Umstände an sich selbst anzupassen). Aber selbst wenn die Röhre aus Gummi wäre, so bedürfte der Versuch sehr viel Kraft und Energie und endet meist vergeblich. Das Ergebnis ist meist Frustration und Resignation. Und wenn die Röhre ein anderer Mensch ist, kann auch ihm das sehr wehtun.

Vermeintlicher Lösungsweg 2:

Andere versuchen es mit Gewalt gegen sich selbst: Sie versuchen sich selbst zu formen, zwängen sich in gesellschaftliche, spirituelle oder religiöse Glaubenssätze hinein, feilen endlos an sich herum und tragen schließlich nur Verletzungen und Narben davon. Irgendwann bleibt nur der Schatten ihrer selbst.

Beiden Wegen liegt der Gedanke zugrunde, dass „etwas falsch ist“ – entweder das Ereignis oder „ich selbst“ … und dass wir in irgendeiner Form korrigierend eingreifen müssen.

 

Der AZP-Lösungsweg:

Psychotherapie und Coaching wie von mir angeboten helfen dabei zu erkennen, dass dieser Weg nicht ans Ziel führt und nur weiteres Leid verursacht, dass es jedoch einen anderen, einen dritten Weg gibt, der dazu führt, auf sanfte und liebevolle Weise die Harmonie und Kongruenz mit den Umständen und mit sich selbst wieder herzustellen. Will man bei dem Bild mit der Metallröhre und dem Würfel bleiben, bedeutet das:

  • Die Metallröhre wird als Wahrheit des gegenwärtigen Momentes liebevoll angenommen.
  • Der Holzwürfel hingegen wird nach und nach ersetzt durch einen Schaumstoffwürfel; dieser ist flexibel und passt somit in die Röhre, ohne dabei aber seine Form zu verlieren: Nimmt  man ihn wieder aus der Röhre heraus, so ist er wieder ein Würfel.

„Ich bin nicht der Herr über die Umstände – die Umstände sind nicht Herr über mich“